Best Practice: Elternarbeit

Es ist eine wichtige Aufgabe, Eltern über aktuelle Medienphänomene unter Kindern und Jugendlichen und damit potenziell auftretende Probleme zu informieren. Damit bereits im Elternhaus Medienkompetenzförderung stattfindet, sollten ihnen Hilfestellungen für den Medienalltag in der Familie gegeben werden. Wie unterschiedlich Elternarbeit gelingen kann, zeigen diese Institutionen aus Dortmund und Köln.

Eine Idee – Zwei Konzepte

Eltern für eine konstruktive Medienbildung erreichen – das will sowohl das Gesundheitsamt der Stadt Dortmund als auch das Maximilian-Kolbe-Gymnasium Köln. Die Umsetzung sieht jedoch sehr unterschiedlich aus: Während das Gesundheitsamt sich mit kleinen Elternrunden in Kitas und Grundschulen im Stuhlkreis trifft und Eltern in den Austausch bringt, setzt das Gymnasium auf die Einladung möglichst vieler Eltern, die von Schülerinnen und Schülern sowie einem externen Referenten informiert werden und anschließend Fragen stellen können.

Gesundheitsamt der Stadt Dortmund

Das Gesundheitsamt kümmert sich zusammen mit anderen Einrichtungen, wie z. B. dem Jugendamt, um Medienbildung in der Elternarbeit. Sie sind seitdem sogenannte „Partner vor Ort“ von Eltern und Medien. Bis zu fünfzehn Veranstaltungen führen Sie im Jahr durch: Sei es in Kitas, Grundschulen oder etablierten Eltern-Cafés. In ihren Veranstaltungen fördern sie vorrangig einen Austausch unter den Eltern über den Medienumgang in der Familie und geben Tipps hierzu.

Oft wissen Eltern, was sozial erwünscht ist – manchmal fehlt es aber auch an alternativen Lösungsstrategien: Zum Beispiel, wenn das Kind in der Grundschule bereits ein Handy bekommen soll, um den Schulweg zu sichern. Dann können Alternativen überlegt werden, wie der Schulweg anders – auch ohne Smartphone – sicher gestaltet werden kann.

Weitere erzieherische Herausforderungen sind z. B. die Unterscheidung des Medienkonsums von älteren Geschwistern. Auch wenn ein Medium häufig zur Ruhigstellung oder Unterhaltung genutzt wird, während Eltern anderen Tätigkeiten nachgehen, kann es zu Problemen kommen. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass das Kind unruhig wird, statt wie erwartet zur Ruhe zu kommen. Auch hierfür können im Elternabend Lösungswege erarbeitet werden.

Eine wichtige Komponente gelingender Elternarbeit ist dabei die eigene Haltung als Veranstalter/in und Durchführende/r eines Elterntreffens.

Elternabend Cheatsheet

Grafik: Elternabend Cheatsheet

Maximilian-Kolbe Gymnasium Köln

Am Maximilian-Kolbe Gymnasium finden Elternveranstaltungen auf ungewöhnlichere Weise statt. Die dort ausgebildeten Medienscouts bereiten sich ausführlich vor, um dann Erwachsenen einen Einblick in ihre Mediennutzung und die damit verbundenen Herausforderungen zu geben. In der Informationsveranstaltung am Gymnasium halten die ausgebildeten Schülerinnen und Schüler Vorträge vor kleinen Elterngruppen zu ihren meistgenutzten Apps. Anschließend gibt es einen ergänzenden Vortrag eines externen Referenten oder einer externen Referentin zum Thema. Im Anschluss stehen sie gemeinsam den Eltern für weitere Fragen zur Verfügung.

Wenn Schülerinnen und Schüler selbst zu Lehrenden für Erwachsene werden sollen, braucht das viel Vorbereitungszeit. Eine Lehrkraft muss im Voraus die entsprechenden Themen mit ihnen erarbeiten und sich dafür selbst hinreichend informieren. Zudem sollten Schülerinnen und Schüler im Vortragen geschult werden. Vor Ort ist kaum Personal von Nöten, sofern kein außenstehender Referent zusätzlich eingeladen werden soll. Es werden außer einem Beamer keine teuren Ressourcen benötigt.

Positive Auswirkungen

  • Eltern können sich austauschen.
  • Eltern bekommen ein Bewusstsein für die Weitläufigkeit der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.
  • Eltern wissen, worauf sie ein Auge haben müssen, um ihre Kinder im Medienumgang zu begleiten.
  • Eltern werden in ihrer Erziehung bestärkt.
  • Eltern bekommen hilfreiche Tipps für eine gelingende Mediennutzung in der Familie.
  • Eltern reflektieren ihre eigene Mediennutzung und können ihre Vorbildfunktion überprüfen.